Der Winterschlaf des Igels - er legt sein Leben vertrauensvoll in die Hände der Natur

Einmal grundlegend vorweg, Igel haben im Winter bei Frost, Schnee und Eis nicht aktiv zu sein! Da ist immer etwas im Argen, diese Tiere sind hilfebedürftig! Schaut hier bitte unter Igel gefunden und kontaktiert sofort eine Igelpflegestelle.

Die nahrungsarme Zeit (Oktober/November bis April/Mai) überbrücken die Igel mit dem Winterschlaf. Der Auslöser ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren:

·  Sinkende Außentemperatur

·  Mangel an Futter

·  Länge der Tage

·  Umstellung der Hormone

Diese verschiedenen Faktoren führen letztendlich zum Winterschlaf.

Einige Organisationen empfehlen zum Winter hin ein Einstellen des Fütterns der Igel im Garten. Als Begründung wird genannt, dass die wildlebenden Igel dann nicht in ihre Winterruhe finden – das ist aber grundlegend falsch! Gesunde Igel finden immer den richtigen Zeitpunkt!

Die Igel, die teilweise die Futterstellen bis spät in und sogar noch über den Winter hinein aufsuchen sind:

·  Spät geborenen Igelkinder mit unzureichendem Gewicht und Größe

·  Kranke und verletzte Igel 

Genau diese Igel suchen die Futterplätze auf und haben somit eine Chance den Winter doch zu überstehen. Denn nicht selten werden diese Igel dann auch gefunden und zur Igelstationen gebracht.

Was genau passiert bei dem Winterschlaf im Körper?

·  Sämtliche Stoffwechselvorgänge werden radikal runtergefahren

·  Die Körpertemperatur sinkt von 36 Grad auf 1- 8 Grad

·  Die Atemfrequenz sinkt von 40/50 Atemzüge pro Minute auf 1-2 Atemzüge pro Minute

·  Die Herzfrequenz verringert sich von 280/320 Schlägen pro Minute auf 5 Schläge pro Minute

Kurze Schlafunterbrechungen sind normal. Der Igel verbleibt in der Regel dazu im Nest, bzw. wird kurz wach und schläft dann aber wieder weiter. Gerade bei Jungigeln ist dieses ein völlig normales Verhalten. Bei länger anhaltenden warmen Phasen von über 8 Grad startet die sogenannte Aufwachphase – hierfür benötigt der Igel die größte Energie und diese dauert mehrere Stunden. Das ist ein sehr kräftezerrender Prozess und daher ist das ausreichende Ausgangsgewicht hier von großer Wichtigkeit!

Igel, die untergewichtig und krank im Herbst zu uns gebracht werden, werden bei 18 -20 Grad bei uns auf der Igelstation gesundgepflegt, bzw. aufgefüttert und dann kontrolliert bei Außentemperatur überwintert. Nach der Aufwachphase im Frühling wildern wir diese Tiere (wenn möglich am Fundort) wieder aus. 

Zu behaupten ein Igel braucht keinen Winterschlaf ist grundlegend falsch! Hier wird schwerwiegend in die Biologie, das Verhalten und das Gesundheitssystem des Igels eingegriffen. Besser ein kurzer Winterschlaf als keiner! 

 
 
 
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